Rebranding heißt, deine Marke neu zu positionieren. Es gibt viele denkbare Gründe: eine veraltete Markenführung, die nicht mehr passt, eine Fusion, Internationalisierung oder schlicht eine neue Positionierung. Es kann klein ausfallen (nur das Logo) oder groß, wobei die gesamte Markenführung umgekrempelt wird: vom Markennamen bis zur Schriftwahl. Aber wie packst du ein (vollständiges) Rebranding an?
Bevor du beginnst
Bevor du dich in ein großes Rebranding stürzt und Geld verpulverst, ist es klug, dich erst einmal in Ruhe hinzusetzen und klar aufs Papier zu bringen, was du erreichen willst. Wen willst du mit der neuen Marke erreichen? Wann bringst du das Rebranding nach außen? Es ist ein langer Prozess, der einen guten Ansatz verlangt. Dieser Artikel ist ein prima Anfang. Bring gerne deine eigenen Ergänzungen ein.
Deine Marke
Beginn damit, die Vision deiner aktuellen und deiner neuen Marke aufs Papier zu bringen. Welche Anpassungen willst du machen? Was ist der Mehrwert eines Rebrandings zum Beispiel für deine Ziele? Nimm die alte Vision zur Hand und denk sie neu.
Hör auf die Zielgruppe
Zwischen einem Unternehmen und seiner Zielgruppe besteht ein Wechselspiel. Du bietest ein Produkt oder eine Dienstleistung, die Zielgruppe nimmt es an, sofern es den Erwartungen entspricht. Erforsche deshalb, wer deine Zielgruppe ist und was sie von dir erwartet, und sorge dafür, dass du so gut wie möglich an diese (neuen) Wünsche anknüpfst.
Ist jetzt der richtige Moment?
Denk darüber nach, warum das Rebranding gerade jetzt passieren soll. Rechne damit, dass die Ausarbeitung Zeit kostet. Zwischen der Entscheidung und der Einführung liegt eine ganze Menge. Bringst du alles auf einmal oder schrittweise heraus? Sei kritisch und lass deine Begründung auch von anderen prüfen; sie bieten eine andere Perspektive.
Und jetzt?
Du weißt nun, was du vermitteln willst, an wen, und warum du es gerade jetzt tun willst. Lass es noch von ein paar Kolleginnen und Kollegen prüfen, damit du sicher bist, dass du jede Entscheidung gut begründen kannst. Danach kannst du wirklich mit dem Rebranding loslegen. In einer Reihe von Schritten durchläufst du diesen Prozess.

Der Prozess in sechs Schritten
Warum Rebranding?
Halte gleich an der Startlinie deine Begründung fest: Warum tun wir das, und was ist der Mehrwert der Anpassungen? Mit einer klaren Begründung stehst du stärker da, und deine Zielgruppe versteht die Entscheidungen hinter dem Rebranding. Das macht die Kommunikation mit Kunden und anderen Interessierten ein gutes Stück leichter.
Alleine schaffst du es nicht
Ein Rebranding machst du nicht im Alleingang. Hol jemanden aus Marketing, Design und/oder Kommunikation dazu, für einen externen, professionellen Blick. Bezieh auch Kolleginnen und Kollegen mit ein: Das steigert die Verbundenheit mit Marke und Unternehmen und liefert oft gute Ideen. Setz zum Schluss eine hauptverantwortliche Person ein, die den Überblick behält.
Ein neuer Name
Jetzt wird es konkret. Ein starker Markenname hat meistens diese Eigenschaften:
- Einfach & kurz: geht leicht über die Lippen und bleibt hängen.
- Lebendig, aber nicht zu witzig: langweilig ist schlecht, aber nicht jeder mag Witze.
- Zeitlos: ein Name, der lange mithält, ist zu bevorzugen.
- Einzigartig: vermeide Verwechslungen mit anderen Unternehmen.
Mach dir nicht zu viel Stress: Es geht vor allem um die Markenführung hinter dem Namen. Erstelle eine Liste mit Optionen und begründe, warum sie funktionieren. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Markenrecherche machen
Prüfe über das BOIP-Markenregister und das KVK-Handelsregister, ob dein neuer Name einzigartig ist. Schau bei der Gelegenheit gleich nach einem verfügbaren Domainnamen. Im Zweifel ist eine Fachkraft kein überflüssiger Luxus: Sie schätzt die Erfolgschancen ein und beugt bösen Überraschungen vor.
Eine neue Identität
Mit einem Namen in der Tasche wird der Rest deiner Identität umgekrempelt. Neben dem Corporate Design überdenkst du deine Kernwerte: Überleg dir gut, was du ausstrahlen willst, und sorge dafür, dass es sich wiederfindet. Auch hier hilft eine externe Agentur beim Aufbau von Identität und Corporate Design, sofern dir selbst klar ist, was deine Kernwerte und Zukunftspläne sind. Der Stil muss für Unterscheidung und Sichtbarkeit sorgen.
Online-Präsenz
Ohne Website und soziale Medien geht es heutzutage nicht mehr. Eine neue Identität beginnt mit einem passenden Domainnamen, am liebsten identisch mit deinem Markennamen. Anschließend lässt du eine Website auf Basis deines Corporate Designs gestalten und bauen und krempelst deine Social-Kanäle um: neues Logo, neuer Header, neue Infos. So bist du schon ein gutes Stück weiter.

Bin ich jetzt fertig?
Fast! Mit allen gesammelten Informationen und Entwürfen erstellst du ein Drehbuch, das dem endgültigen Rebranding Struktur gibt. Entscheidest du dich für einen schrittweisen Ansatz oder alles auf einmal? Im gewählten Zeitraum wird (fast) alles angepasst: soziale Medien, die Website, Rechnungen, Visitenkarten. Informiere alle (Kunden, Familie und sogar die Bank), und für Medienaufmerksamkeit weihst du auch die Presse ein. Und vergiss nicht, deinen Namen bei der KVK und anderen Registern zu ändern. Dann bist du end-lich fertig.
Langer Prozess, was?
Und ob. Aber durchläufst du ihn ordentlich und nimmst dir die Zeit, dann kann sich das Ergebnis sehen lassen. Bei einem kleinen Rebranding musst du natürlich nicht alle Schritte durchlaufen. Unser Tipp: Setz nur auf Designs und Ideen, hinter denen du wirklich stehst. Und arbeite zusammen.
Willst du ein Rebranding machen, kannst aber etwas Hilfe gebrauchen? Verständlich. KNALGEEL hilft gerne bei der Neupositionierung deiner Marke. Bei einer guten Tasse Kaffee denken wir mit.
Geschrieben von
Laura Nijhuis